1. Die Südtiroler Längsschnittstudie zur Entwicklung von Mitgefühl

Bei diesem Forschungsprojekt handelt es sich um eine empirische Längsschnittstudie, die über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt war (2009—2011). Im Zentrum standen zwei Fragenkomplexe:

Wie entwickelt sich das Mitgefühl von Kindern in den Jahren zwischen Kindergarten und Schule (5 bis 7 Jahre)? Nimmt es zu? Nimmt es ab? Oder bleibt es stabil?

Welche Faktoren beeinflussen diesen Prozess?

Angenommen wurde, dass sowohl das Verhältnis zu wichtigen Bezugspersonen (Mutter—Kind, Vater—Kind, Erzieherin—Kind und Lehrerin—Kind), als auch Temperamentsmerkmale des Kindes (Schüchternheit und Aggressivität) von Bedeutung für die mitfühlend – tröstende Reaktionsbereitschaft von Kindern sind. Dies wurde an einer Stichprobe von 85 Kindern aus Südtirol im Rahmen eines multi—method multi—informant designs untersucht.

Bisherige Publikationen zu dem Projekt:

Kienbaum, J. (2014). Entwicklungsbedingungen von Mitgefühl in der Kindheit. Gestalt Theory, 36, 2, 117—128.

Kienbaum, J. (2014). The development of sympathy from 5 to 7 years: increase, decline, or stability? A longitudinal study.Frontiers in Developmental Psychology, 5:468. doi: 10.3389/fpsyg.2014.00468.

Kienbaum, J. (2012). Zur Entwicklung und Förderung von Mitgefühl in der Kindheit. Karlsruher Pädagogische Beiträge, 81, 65—75.

Kienbaum, J. (2012). Wertvolles Mitgefühl. Forum Schule heute, 26, S. 8—9.

Kienbaum, J. (2011). Die Südtiroler Längsschnittstudie zur Entwicklung von Mitgefühl. WIR, Kindergarten in Südtirol, 19, S. 14—16.

2. Karlsruher Längsschnittstudie zur Entwicklung von Aufteilungsgerechtigkeit

Das Projekt "Entwicklung von Aufteilungsgerechtigkeit" befasst sich mit der experimentellen Untersuchung von intuitiven Gerechtigkeitsentscheidungen im Kindes— Jugend— und Erwachsenenalter. Im Zentrum steht die Frage, an welchen Kriterien (Gleichaufteilung, Bedürftigkeit, Anstrengung) sich Menschen verschiedenen Alters intuitiv orientieren, wenn sie eine gerechte Aufteilung treffen sollen.

Im Sommer 2011 wurde in Karlsruhe eine Längsschnittstudie mit 209 Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse und ihren Eltern gestartet. Gefragt wurde, an welchen Kriterien sich die Kinder und Eltern orientieren, wenn sie eine gerechte Aufteilung treffen, und ob die Kriterien von Kindern und Eltern übereinstimmen. Ab Sommer 2013 wurden die Kinder (N=206) und ihre Eltern (N=143) ein zweites Mal untersucht, um zu prüfen, ob und wenn ja welche Änderungen in diesem Zeitraum eingetreten sind.

Vorläuferpublikation zu dem Projekt:

Kienbaum, J. (2013). Intuitive Aufteilungsentscheidungen in Grund— und Hauptschule sowie Gymnasium: Allgemeine oder differenzielle Entwicklung? Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 45 (4), 207—215

Vorträge zu dem Projekt:

Kienbaum, J. & Bauer. A. (2013, September). Intuitive Aufteilungsentscheidungen von Viertklässlern und ihren Eltern. Vortrag auf der 21. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Saarbrücken im Rahmen der Arbeitsgruppe „Kontextuelle Einflüsse auf das prosoziale Verhalten im Kindesalter”.

Kienbaum, J. & Bauer, A. (2015, September). Ist das gerecht? Die Entwicklung intuitiver Aufteilungsentscheidungen von der 4. zur 6. Klasse – eine Längsschnittstudie. Vortrag auf der 21. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesell—schaft für Psychologie in Frankfurt im Rahmen der Arbeitsgruppe „Theory of Mind, moralisches Urteil und prosoziales Handeln“.

PROF. DR.

Jutta Kienbaum

PH KARLSRUHE

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